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Magazin: Blog2

Anlass für Missverständnisse: der RIDGE

Aktualisiert: 30. Dez. 2019

Es waren schon Hund in „Mode“, die sich weit weniger zum Familienhund eignen als der Rhodesian Ridgeback. Leider kommt es aufgrund der besonderen Anatomie der Rasse leicht zu Missverständnissen unter Artgenossen. Was ist ein "Ridge"?

Ein Ridge bzw. Ridgeback (engl. f. Grat oder Kamm) ist eine abweichende Behaarung der Rückenlinie (Aalstrich), die gegen die Wuchsrichtung des Fells, also nach vorne wächst. Streng genommen handelt es sich dabei um einen Gendefekt, genauer einer abgeschwächten Form einer Spina Bifida, also eines „offenen Rückens“. Diese Mutation tritt sehr selten auch bei anderen Hunderassen auf, die Tiere werden dann aber aus der Zucht ausgeschlossen. Die Vorgänger des Rhodesian Ridgeback wurden von ihren Züchtern, den Khoikhoi bewusst auf dieses Merkmal hin gezüchtet, weil der Ridge in engem Zusammenhang mit bestimmten erwünschten Eigenschaften auftritt.

Warum werden diese Hund häufig von Artgenossen missverstanden?

Ein von vorne bis hinten aufgestellter Aalstrich wird von Hunden als Drohgebärde eines unsicheren Hundes interpretiert. Dementsprechend fallen ihre Reaktionen bei der ersten Begegnung mit Ridgebacks oft aus. Das ist vermutlich auch der Grund, warum es diese an sich ausgeglichenen Tiere in vielen Ländern leider zum „Listenhund“ gebracht haben.

Kann man etwas gegen diese Irrtümer tun?

Ja. Lassen sie bei Erstbegegnungen Vorsicht walten. Führen sie die Hunde langsam zusammen und beobachten Sie die Körpersprache der anderen Hunde aufmerksam. Achten Sie bei dieser Rasse verstärkt auf die Sozialisierung, um dieses Defizit zu kompensieren. Ihr Ridgeback sollte die Beschwichtigungssignale, die zur Hundehöflichkeit gehören, sicher beherrschen. Das lernt er im Umgang mit anderen Hunden, vorzugsweise im Alter von acht Wochen bis zu einem halbem Jahr.

Wozu wurde der Rhodesian Ridgeback gezüchtet?

Der Rhodesian Ridgeback ist ein Generalist. Er bewacht und verteidigt Vieh gegen Leoparden, Löwen, Wildhunde und Hyänen, ist aber auch in der Lage, seinen Halter auf der Jagd zu begleiten. Dementsprechend vielfältig ist auch seine Eignung, er wird als Fährten- und Schweißhund geführt und macht auch als Rettungshund sowie beim Mantrailing eine gute Figur. Beim „Hundesport“ reüssiert er beim Agility, bei Gehorsamkeitsprüfungen und wird sogar beim Lure-Coursing erfolgreich eingesetzt. Er zieht kräftig beim Jöring und ist sich auch als Wagelhund nicht zu schade.

Gibt es noch andere Rassen mit Ridgeback?

Ja, es gibt noch zwei weitere Rassen, die einen umgekehrten Aalstrich aufweisen und mit dem Rhodesier wahrscheinlich genetisch verwandt sind. Es handelt sich dabei um zwei Rassen aus Südostasien, dem Phu Quoc Ridgeback, der nach der Insel benannt ist, auf der er ursprünglich endemisch war und dem Thai Ridgeback, der keiner der wenigen Nicht-Windhunde ist, die auf Sicht jagen (Sighthound). Steckbrief Rhodesian Ridgeback:

Größe: Schulterhöhe laut Rassestandard: 61cm bis 69cm

Gewicht: Laut Rassestandard 32kg bis 37kg, tatsächlich oft erheblich schwerer

Eignung als Familienhund: 5/10

Angeborene Schärfe: 9/10 (Raubzeugschärfe)

Jagdtrieb: 8/10

Hütetrieb: 5/10

Täglicher Zeitaufwand: Diese Rasse braucht sehr, sehr viel Laufarbeit. Wenn man kein Langstreckenläufer ist, wird man an Jöring nicht vorbei kommen.

Verträglich mit Artgenossen: 3/10

Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Rassetypische Erkrankungen: Treten leider verhältnismäßig häufig auf. Hüftgelenksdysplasie, Ellbogendysplasie, Hämophilie B (Bluter), Osteochondrosis dissecans und Symmetrische Lupoide Onychodystrophie (eine Autoimmunerkrankung) sind rassetypische Erkrankungen.


Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Rhodesian Ridgeback gemacht? Schreiben Sie mir!

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