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Magazin: Blog2

Triebig?


Allgemein bekannt: bedienen des Futtertriebs über Leckerlis

Die aus dem vorigen Jahrhundert stammenden Theorien zum Triebverhalten von Hunden gelten heute aus wissenschaftlicher Sicht als weitgehend überholt. Zum Glück wissen die Hunde nichts davon und lassen sich über ihr Triebverhalten nach wie vor hervorragend trainieren.


Wenn Sie Hundesportler aus dem Obedience-Bereich einmal beim Fachsimpeln belauschen, dann werden Sie bald zu hören bekommen, dass dieser oder jener Hund mehr oder weniger „triebig“ ist. Was ist damit gemeint?


Der unter Laien bekannteste Trieb des Hundes ist der Fresstrieb. Besonders junge Hunde sind über Leckerlis leicht zu motivieren und erste Ergebnisse stellen sich schnell ein. Dagegen spricht prinzipiell nichts, rechnen Sie aber damit, dass die Motivierbarkeit Ihres Hundes über Leckerlis mit der Zeit etwas abstumpft (es sei denn, der Magen hängt ihm bis zum Knie). Wenn das der Fall ist, werden Sie andere Triebe zur Motivation ihres Freundes bedienen müssen, um Ergebnisse zu erzielen.



Ein Spielchen in Ehren..... Beachten Sie die Körperhaltung des Hundes im Hintergrund

Auch jedem Hundefreund bekannt ist der Spieltrieb. Ersetzen Sie das Motivationsleckerli teilweise durch ein Spielchen. Am besten tun sie das noch, bevor die Leckerlis in ihrer Motivationskraft nachlassen.



So richtig Interessant ist er nur in Bewegung: der Ball

In jeder Hundfreilaufzone zu beobachten ist der Hetztrieb. Über den Hetztrieb zu motivieren birgt einige Gefahren in sich, die sich auf den ersten Blick nicht erschließen.

Zum einen ist da der gesundheitliche Aspekt. Solange der Ball / das Fribee / das Stöckchen noch in Bewegung gefangen wird, gibt es kein Problem. Sehr ungesund wird es, wenn das Ding zu Boden fällt und liegenbleibt. Der Hund muss dann scharf abbremsen, sein Körper gehorcht den Gesetzen von Masse und Trägheit und auf seine Gelenke, Knochen und Sehnen wirken dann Kräfte ein, die sein Körpergewicht um ein Vielfaches übersteigen. Was hin und wieder kein Problem ist, führt bei Balljunkies mit zunehmendem Alter zu gesundheitlichen Problemen, die mit heftigen Schmerzen verbunden sind.

Zum anderen liegt es in der Natur der Sache, dass Motivation über den Hetztrieb den Hund immer von Ihnen weg, anstatt zu Ihnen hin führen wird. Setzen Sie den Hetztrieb zur Motivation also wenn, dann eher sparsam ein.



Jagd ohne Hund ist Schund: Ein Flat Coated Retriever mit Beute

Wenn Hundetrainer einen Hund mit einem Zerrspiel belohnen, dann sprechen sie den Beutetrieb des Tieres an. Genutzt werden dabei aus der Sequenz Anschleichen – lauern – verfolgen – anspringen – totschütteln – wegtragen

nur die letzten beiden Funktionen. Sie können Zerrspiele durchaus auch als Laie für den Familienhund einsetzen. Gehen Sie aber sparsam damit um und setzen sie Zerrspiele nur zur Belohnung und nicht zum Zeitvertreib ein. Vielleicht haben Sie schon einmal Menschen mit kleinem Selbstbewusstsein und großem Hund bei Zerrspielen beobachtet. Leute mit diesem Charakter können den Trieb des Hundes nicht steuern. Sie können ihren Hund nur „aufganserln“, nicht aber herunterfahren. Beides gehört aber bei der Motivation über Zerrspiele zusammen.



Du hast Sonne, Mond und alle Sterne am Himmel montiert: Motivation über den Meutetrieb

Der Trieb, über den wahre Hundeversteher ihren Hund ansprechen, ist der Meutetrieb. Hunde sind sehr soziale Lebewesen, sie brauchen ihr Rudel. Der Meutetrieb ist zwar in jedem Haushund vorhanden, gehört aber oft zu den schwächeren Trieben und kann von den vorher beschriebenen Trieben recht leicht überlagert werden. Die Arbeit über den Meutertieb erfordert deshalb, neben einer starken Bindung, einiges an Hundeverstand. Arbeiten Sie trotzdem daran, es lohnt sich, dazu Hilfe anzunehmen. Wenn ihr Freund glaubt, dass Sie Sonne, Mond und alle Sterne nur für ihn allein am Himmel montiert haben, wird er die gestellte Aufgabe für Sie erledigen. Sie brauchen keine Leckerlis, kein Frisbee und schon gar keine Motivation über den Meidetrieb.


Wenn Sie Ihren Hund einmal über den Meutetrieb kontrollieren können, dann haben Sie es weit gebracht und Sie dürfen sich mit Fug und Recht als Hundeversteher bezeichnen.

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