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Magazin: Blog2

Warum macht mein Mensch DAS?

Hund mit fragendem Blick

Manchmal sitze ich nur da, den Kopf leicht schief, und frage mich: Warum macht mein Mensch eigentlich DAS? Es gibt so viele Dinge, die für mich keinen Sinn ergeben - Dinge, die mich verwirren, frustrieren oder sogar stressen. Ich beobachte ihn ständig, versuche zu verstehen, was in ihm vorgeht, und trotzdem lässt er mich oft ratlos zurück.



Da ist zum Beispiel der Zaun.

Hund hinter einem Gartenzaun

Wenn jemand vorbeikommt, reagiere ich. Bewegungen, Geräusche, eine fremde Person: darauf reagiere ich sofort, ohne darüber nachzudenken. Es fühlt sich richtig an, aufmerksam zu sein, präsent zu sein, meine Aufgabe zu erfüllen.

Dann brüllt mein Mensch von hinten etwas, das ich nicht verstehe. Für mich klingt es, als würde er mich beim Bellen anfeuern. Also mache ich weiter. Wenn mein Mensch so brüllt, dann scheint das ja wichtig und richtig zu sein. Ich belle noch intensiver. Nicht aus Trotz, sondern weil ich denke, dass genau das jetzt gefragt ist.

Frustrierend. Verwirrend. Warum macht mein Mensch DAS?

Wenn er aber zwischen mich und den Zaun treten würde, sich mir zuwenden würde, Rücken zum Zaun, Gesicht zu mir, dann würde alles plötzlich klar. Ich würde seinen Körper, seine Haltung, seine Gesten sehen. Jetzt könnte ich verstehen, was er von mir will. Ich könnte reagieren, ich könnte gehorchen, ohne raten zu müssen.

Diese Position im Raum macht den Unterschied: Plötzlich wird das, was vorher nur ein lautes Kauderwelsch war, für mich verständlich.



Dann das Gassigehen.

Hund zieht kräftig an der Leine

Er will vermutlich, dass ich nicht an der Leine ziehe. Aber mein Mensch führt mich nicht. Sein Kopf ist woanders, das Handy, die Gedanken bei Terminen, bei allem - nur nicht im Hier und Jetzt. Ich muss selbst übernehmen, obwohl ich das gar nicht will. Mein Körper spürt den Stress: Ich trage Verantwortung, ich halte die Richtung, ich muss aufpassen, dass wir heil ankommen. Warum macht mein Mensch DAS? Warum zeigt er mir nicht mit seinem Körper, seiner Achtsamkeit und mit meiner Präsenz, dass er die Führung übernimmt, dass ich mich auf ihn verlassen kann? Ich könnte folgen, ich würde es gerne tun, aber er lässt mir keine Chance.



Und dann die Wohnung.

Hund auf zerstörtem Sofa

Manchmal werde ich ausgeschimpft, weil ich etwas zerstört habe. Ich verstehe die Vorwürfe nicht! Ich stamme von Gebrauchshunden ab. Ich wurde gezüchtet, um zu arbeiten, um Aufgaben zu erfüllen. Wenn ich unterfordert bin, suche ich mir selbst Arbeit. Das kann das Zerkauen eines Schuhs sein, das Zerlegen des Sofas oder die kreative Neuanordnung der Einrichtung - alles nur, weil ich nach Beschäftigung suche, die meinem Wesen entspricht. Für mich ist das normal. Für meinen Menschen ist es Chaos. Warum macht mein Mensch DAS? Er erwartet, dass ich stundenlang stillliege, obwohl mein Gehirn nach Beschäftigung schreit. Mein Verhalten ist eine Reaktion auf Langeweile - nicht Böswilligkeit. Warum gibt mir mein Mensch keine Arbeit?



Ich beobachte ihn, ich analysiere jede Bewegung, jeden Tonfall, jede Geste. Ich versuche zu verstehen, wie er tickt, was er von mir erwartet. Und ich hoffe, dass er eines Tages versteht: Die meisten Missverständnisse entstehen nicht, weil ich „schlecht“ bin, sondern weil er nicht klar führt, nicht sichtbar zeigt, was er will, und meine Perspektive nicht berücksichtigt.

Vielleicht wird er es lernen. Vielleicht noch nicht heute. Aber ich bleibe aufmerksam, lerne, reagiere - und manchmal wünsche ich mir, dass er einfach versteht: Wenn er mich richtig führt, wenn er mir klar und ruhig zeigt, was er will, wenn er mir Arbeit gibt, dann kann ich entspannen. Dann verschwinden Frust, Stress und Chaos. Dann sind wir beide glücklich - Mensch und Hund.



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