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Magazin: Blog2

Hunde folgen nicht Worten – sie reagieren auf Beziehungsangebote

Ein Hund mit seiner Halterin in Harmonie

Ein Blick zurück: Meine ersten Erfahrungen

Seit ich denken kann, interessieren mich Hunde. Mit 10 oder 11 Jahren habe ich mich dem sogenannten „Hundeabrichteplatz“ eines Vereins genähert. Ich dachte, dort könnte ich etwas lernen. Schon aus hundert Metern Entfernung hörte ich Menschen in Kasernenton Befehle brüllen. In diesem Moment wurde mir klar: Dort gibt es nicht viel zu lernen für mich.

Diese Erfahrung prägte meinen Ansatz: Hunde brauchen kein Gebrüll, sondern klare Strukturen innerhalb derer sie sich bewegen können. Sie brauchen ausgeglichene, wesensfeste Personen am anderen Ende der Leine, um selbst ausgeglichen und wesensfest auftreten zu können. Wer das erkennt, eröffnet eine ganz andere Form der Zusammenarbeit.


Der Unterschied zwischen Befehl und Signal

Hunde reagieren weniger auf Worte, als vielmehr auf das Beziehungsangebot, das wir ihnen machen. Ob wir etwas als „Befehl“ oder als „Signal“ kommunizieren, hängt vor allem davon ab, wie wir selbst darüber denken und fühlen.


  • Einen Befehl gebe ich mit einer anderen Haltung als ein Signal, mit dem ich eine zuvor gut aufgebaute Verhaltensweise abrufe.

  • Ist meine Haltung angespannt und der Befehl druckvoll, wird dies mit einer entsprechenden Ausschüttung von Botenstoffen wie Adrenalin und Cortisol verbunden sein. Das bedeutet Stress und Stress ist nicht nur unangenehm, er erschwert auch absolut zuverlässig jedes Lernen.

  • Hunde sind nicht nur Meister im Lesen von Mikrosignalen, meine Adrenalinausschüttung können sie auch problemlos riechen und werden diese dementsprechend interpretieren. Das wirkt meiner Absicht, dem Hund etwas beizubringen oder eine bestimmte, erlernte Leistung abzurufen entgegen.


Diese Befehlshaltung überträgt sich also auf den Hund und erzeugt Stress, der sowohl das Lernen, als auch die Ausführung des bereits Erlernten deutlich erschwert. Unter Stress wird eine positive Konnotation einer Erfahrung fast unmöglich.

Ein Signal dagegen ist eine klare, ruhige Geste oder Handlung, die der Hund natürlich versteht. Entscheidend ist die innere Einstellung des Halters: Hunde lernen schneller und sicherer, wenn sie ohne Stress arbeiten können.


Beziehungsangebot an den Hund anstatt Gehorsam

  • Befehle erzeugen Gehorsam.

  • Signale ermöglichen Zusammenarbeit.

Ein Hund, der mitdenkt, reagiert exakter, entwickelt Sicherheit und Eigenständigkeit. Für den Halter bedeutet das nicht weniger, sondern mehr Kontrolle.

Hunde folgen nicht den Worten, sondern reagieren auf das Beziehungsangebot ihrer Menschen. 


Die Gute Nachricht

"Der erste Eindruck zählt", oder "First impressions are going a long way" gilt bei Menschen, zum Glück aber nicht bei Hunde. Die allermeisten Hunde reagieren au ein geändertes Beziehungsangebot ihrer Menschen praktisch sofort mit einer Änderung ihres Beziehungsangebots an ihren Menschen. Wenn dein Hund also, obwohl alle seine grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind, problematisches Verhalten zeigt, dann ist es für eine Änderung deines Beziehungsangebots an deinen vierbeinigen Freund nie zu spät. Leider ist es nicht ganz einfach, diese zuweilen tiefgreifenden Veränderungen an der eigenen Einstellung vorzunehmen. Dabei hilft dir ein sehr guter Hundeprofi in deiner Nähe. Einen solchen erkennst du daran, dass er an dir arbeitet, anstatt am Hund herunzudoktern. Oder du wendest dich direkt an mich, denn um dich zu coachen, brauche ich dich, nicht deinen Hund.


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