Silvester und dein Hund: So bleibt er entspannt, während die Welt knallt
- Thomas Hauser

- 25. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Aus einem eigentlich selbstbewussten Hund ein zappelndes Häuflein Panik zu machen, ist erstaunlich einfach. Ihm diese Angst wieder abzutrainieren, hingegen eine hohe Kunst. Das Problem: Viel zu oft geschieht der ganze Stress aus bestem Willen.
Schon der erste Böller lässt den Junghund aufhorchen. Halter schauen besorgt, machen um jeden weiteren Knall ein riesiges Tamtam. Und zeigt der Hund erste Anzeichen von Angst, wird ihm noch ein „sicheres Plätzchen“ unter Möbeln eingerichtet. Ergebnis: Der Hund lernt, dass Feuerwerk gefährlich ist – und dass er sich verstecken muss.
Merke: Wenn du erwartest, dass dein Hund Angst hat, wird er sehr wahrscheinlich Angst bekommen.
Ruhig bleiben ist das A und O
Gerade beim ersten Silvester mit einem Junghund hilft nur eins: Gelassenheit.
Zeige deinem Hund, dass alles in Ordnung ist.
Signalisiere nicht, wie schrecklich das Feuerwerk ist.
Bleib entspannt, auch wenn es laut wird. Dein Hund beobachtet dich genau – und spiegelt dein Verhalten.
Vermeide das Aufsuchen von Verstecken, das potenziert nur die Angst.
Futter kann helfen: Ein leckerer Snack während der Knallerei verbindet den Lärm mit einer angenehmen Erfahrung. Am besten übst du das schon vorher, z. B. bei Gewitter.

Erwachsen, aber traumatisiert? Gegenkonditionierung
Bei erwachsenen Hunden, die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, ist es erheblich schwieriger. Hier ist die Gegenkonditionierung das Mittel der Wahl – aber Vorsicht: Das ist eine der schwierigsten Aufgaben für Hundetrainer und Halter.
Geduld ist Pflicht, professionelle Unterstützung ist erlaubt – und sinnvoll. Der Lohn? Ein entspannter Hund, der dir auch beim nächsten Feuerwerk vertraut.
„Schnelle Hilfe“? Eher ein Versuch
Manche Halter greifen in der akuten Situation zu CBD, Pheromonen oder Thundershirts. Kann man probieren, sollte aber nicht erwarten, dass dadurch das Kernproblem – die Angst selbst – gelöst wird. Es ist eher ein Versuch, sich durchzuschummeln, anstatt die Ursache anzugehen.
Und ja, auch wenn es ein bekannter TV-Hundeexperte anders sieht: Finger weg von Eierlikör und anderem Alkohol! Raubtiere metabolisieren Alkohol wesentlich schlechter als wir Primaten. Evolutionär sind Hunde Fleischfresser – nicht darauf eingerichtet, angegorene Früchte zu verdauen.
Dein Hund und Silvester: Checkliste für Halter
Ruhe bewahren – Gelassenheit an den Hund abgeben.
Keine Verstärkung der Angst (Verstecke vermeiden, Mitleid reduzieren).
Positive Erfahrung schaffen (Leckerli, ruhige Zuwendung).
Bei erwachsenen Hunden ggf. Profi-Hilfe einplanen.
Wenn du jetzt schon merkst, dass Silvester deinem Hund Stress bereitet, könnte ein Gespräch mit mir sehr nützlich sein. Gemeinsam finden wir heraus, wie dein Hund entspannt ins neue Jahr startet.











Lieber Thomas, leider lese ich den Artikel erst jetzt, Freddy ist es heuer sehr schlecht gegangen, er hat richtig Hyperventiliert. Er beruhigte sich erst als er das Plätzchen im Heizraum aufsuchte, dort war es akustisch sehr gut abgeschieden. Nächstes Jahr versuchen wir deine Tipps sicher, Ein gutes neues Jahr und viel Glück! lg Claudia und Inger