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Magazin: Blog2

Richtungsanweisungen: Links oder Rechts?


Links oder rechts herum?

Hunden den Unterschied zwischen links und rechts beizubringen, gehört mit zu den schwierigsten Übungen.


Bringen alle Hunde die Voraussetzungen dazu mit?

Nein. Es bringen auch nicht alle Menschen die Voraussetzungen dazu mit, manche sind notorische Links/rechts Verwechsler (Nein, nicht dahin, das andere links!). Bis zu einem gewissen Grad lässt sich aber sagen, dass bestimmte Hunderassen aufgrund von Selektion bessere Voraussetzungen mitbringen, als andere.



Schlittenhunde

Mit "Gee!" und "Haw!" dirigiert der Musher seinen Leader.

Zwingend nötig ist diese Fähigkeit beim „Leader“ bzw. Leithund, der normalerweise entweder ganz vorne einzeln, oder links vorne angespannt ist. Der Leader muss dabei nicht nur der geeignetste, sondern auch einer der leistungsfähigsten Hunde im Gespann sein, weil er -besonders im Tiefschnee- auch besonders harte Arbeit leisen muss. Bei einem guten Gespann sind aber auch meist die „Swinger“ -also die Hundepaare hinter dem Leader- in der Lage, auf Zuruf des Mushers links oder rechts zu laufen. Für die „Wheeler“, also das Hundepaar, das direkt vor dem Schlitten angespannt ist, sind solche Feinheiten von untergeordneter Wichtigkeit. Die Wheeler sind in der Regel sehr kräftige, drei bis vierjährige Hunde, die sich ordentlich ins Zeug legen. Die im Schlittenhundesport gebräuchlichen Kommandos sind:


  • „Haw!“ - Links abbiegen

  • „Gee!“ Rechts abbiegen

  • „Haw over!“ Kehrtwende über links

  • „Gee over!“ - Kehrtwende über rechts


Hütehunde

Welsh Sheepdog in Aktion.

Koppelgebrauchshunde sollten in der Lage sein, den akustischen Anweisungen des Schäfers zu folgen. Oft werden Signalpfeifen mit mehreren Tönen dazu verwendet, die für den Schäfer weniger anstrengend und über weitere Strecken hörbar sind. Außerdem klingen diese Pfeifsignale immer gleich. Wird trotzdem mit verbalen Anweisungen gearbeitet, dann hört man bei Herding-Contests die folgenden häufig:


  • Für links herum: „Come by!“

  • Für rechts herum: „Away to me!“



Obedience

Wohin mit dem Ding?

Ebenfalls ein Kriterium sind Richtungskommandos in den höheren Klassen des Obedience-Sports.



Der Wagenhund


Sacco-Cart Bild:Kristina Walter Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE

Auch wenn die Lenkung eines modernen „Sacco-Carts“ über Gestänge erfolgt, ist es doch von Vorteil, wenn die Hunde im Gespann in der Lage sind, Richtungsanweisungen sicher zu befolgen.



Dogjöring

Canicross Bild_Pocketjfr Lizenz_CC BY-SA 4.0.jpg
Dogscooter Bild: Wouter Decaluwe Lizenz: CC BY-SA 3.0.jpg

Egal, ob der Hund einen Läufer, einen Skilangläufer, ein Fahrrad oder einen Doscooter zieht, sollte er Richtungsanweisungen jedenfalls sicher beherrschen.



Freilauf

Wenn man dort, wo es gestattet ist, seinen Hund freilaufen lässt, ist ein Beherrschen von Richtungsanweisungen dabei durchaus nützlich.



Das Training

Bild: Thomas Hauser ©Thomas Hauser

Sie brauchen:

2 Befüllbare Dummies und einen motivierten Hund wie den im Bild, der die Anweisungen „Sitz!“ und „Bleib!“ sicher ausführt.


Legen Sie die Dummies aus und platzieren Sie Ihren Hund mittig dazwischen. Nun halten Sie sich bitte an folgende Reihenfolge:


  • Geben Sie das akustische Kommando. Achtung, bedenken sie, dass Sie die Kommandos links („Haw!“) und rechts („Gee!“) aus Sicht des Hundes geben müssen!

Bild: Thomas Hauser ©: Thomas Hauser
  • Zeigen Sie in diese Richtung und ermuntern Sie den Hund gegebenenfalls, sich den Dummy abzuholen.

  • Lassen Sie sich den Dummy aushändigen, und belohnen Sie den Hund daraus. Vergessen Sie nicht, Ihren Freund überschwänglich zu loben.

  • Trainieren Sie an verschiedenen Stellen, damit es nicht zu falschen Verknüpfungen kommt.

Bild: Thomas Hauser ©: Thomas Hauser

Ihr Hund wird früher oder später schon nach dem akustischen Kommando loslaufen, damit können Sie auf die Geste verzichten. Wie viele Wiederholungen nötig sind, variiert sehr stark von 100 bis 5000 Wiederholungen. Das Ziel bestimmt zwar der Trainer, das Tempo aber immer der Hund. Beenden Sie diese wie alle anderen Übungen, wenn Ihr Hund eigentlich noch Lust hätte, weiterzumachen.

Viel Spaß beim Training!



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