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Magazin: Blog2

Klein, aber nicht zu unterschätzten


Chihuahua Welpe

Zur Abstammung und der Selektion der kleinsten aller Haushunderassen gibt es mehrere Theorien.


Der Chihuahua oder Chihuahueño, wie der Hund in seiner mexikanischen Heimat genannt wird, stammt höchstwahrscheinlich vom Techichi ab. Die ältesten Nachweise stammen aus einer Zeit um 300 vor unserer Zeitrechnung und verweisen somit in die Zeit der Tolteken, des ältesten Kulturvolkes auf dem Gebiet des heutigen Mexico.


Techichi Bild: chihuahuarescuega.com Lizenz: CC BY 3.0

Der Techichi ähnelte dem modernen Chihuahua schon sehr, war aber wahscheinlich noch deutlich größer. Der Zweck der Selektion dieses Hundetyps ist ebenfalls nicht ganz klar. Zum einen sind Kunstgegenstände überliefert, die eine Verwendung des Techichis als Begleithund und Gesellschaftshund für Kinder nahelegen, zum anderen gibt es leider auch deutliche archäologische Nachweise seiner “Verwendung” als Opferhund für die Götter wie auch als Sonntagsbraten.


Gefäß in Form eines Techichis im anthroplogischen Museum von Mexico City. Bild: Juan Carlos Fonseca Mata Lizenz: CC BY-SA 4.0

Etwa aus dem Jahr 100 unserer Zeitrechnung stammen Funde von Spielzeughunden auf Rädern im Bundesstaat Veracruz, im Südosten Mexicos. Bemerkenswert daran ist, dass das Rad in seiner Eigenschaft als Wagenrad den präkolumbianischen Einwohnern Amerikas unbekannt war.

Der Chihuahua, wie wir ihn heute kennen, wurde erst im Jahr 1904 vom AKC registriert.

Ein Kurzhaar-Chihuahua mit dem Blick von Dschingis Khan

Exterieur:

Zur äußeren Erscheinung des Chihuahuas gibt es nicht viel zu sagen. Diese Hunde gehören zu den häufigsten Rassen und dürften jedermann bekannt sein. Es gibt sie mit glattem oder langem Fell, mit „Apfelköpfchen“ oder „Rehköpfchen“. Eine traurige Geschichte ist die Selektion einer noch kleineren Version von Hunden dieser Rasse, die als Teacup-Chihuahuas bekannt sind. Diese Varietät neigt aufgrund ihrer extremen Kleinheit zu neurologischen Problemen und einer deutlich kürzeren Lebenserwartung.

Ein bisschen größer wird er schon noch, der Teacup.Chihuahua


Der Haushund ist die Säugetierart mit der höchsten Bandbreite, was die Größe betrifft: Irischer Wolfshund und Chihuahua

Interieur:

Gut sozialisierte Chihuahuas sind intelligent und trotz ihrer Größe äußerst selbstbewusst und tapfer. Werden sie schlecht gehalten oder gar stark vermenschlicht, übernehmen sie gerne das Kommando. Sie neigen dann zu einem hohen Aggressionspegel gepaart mit erstaunlicher Dominanz. Böse Zungen behaupten, dass die latente Aggressivität der Rasse auf seine „Verwendung“ als Fleischlieferant zurückzuführen ist. Wer von der Mutter losgeschickt wird, einen „Braten“ zu holen, wird nicht zuerst zu dem Hund greifen, der besonders furchterregend knurrt und die Zähne fletscht.

Chihuahuas sind etwas kälteempfindlich

Eine Modewelle in den USA hat mehrere Hybridhunde hervorgebracht, die absichtlich so gezüchtet werden. Während die auch in Europa verbreiteten „Designerhunde“ auf Pudelbasis weniger haaren und für Allergiker geeignet sein sollen, ist der Zweck der „Designerhunde“ auf Chihuahuabasis nicht so einfach nachvollziehbar.


Folgende „Designer-Chihuahuas“ sind in den USA in Umlauf:

  • Chug – Chihuahua X Mops (engl. Pug)

  • Chi Chon – Chihuahua X Bichon Frise

  • Boshuahua – Chihuahua X Boston Terrier

  • Cheek – Chihuahua X Pekingnese

  • Chilier – Chihuahua X Cavalier King Charles Spaniel

  • Jack Huahua – Chihuahua X Jack Russel Terrier

  • Pomchi – Chihuahua X Pommeraner (Europäischer Zwergspitz)

  • Chigi – Chihuahua X Welsh Corgy

  • Chiweenie – Chihuahua X Dackel (in den USA despektierlich „Wienerdogs“ genannt)



Steckbrief Chihuahua:

Größe: In dieser Rasse wird die Größe nicht berücksichtigt, sondern nur das Gewicht.

Gewicht: 1kg bis 3kg

Farben: Alle Farben sind in alle Schattierungen und Kombinationen erlaubt, mit Ausnahme von merle.

Eignung als Familienhund: 9/10, sofern er wie ein Hund behandelt wird und nicht wie ein Spielzeug.

Angeborene Schärfe: 7/10

Jagdtrieb: 4/10

Hütetrieb: 2/10

Schutztrieb: 7/10,

Wachtrieb: 8/10

Täglicher Zeitaufwand: durchschnittlich

Verträglich mit Artgenossen: 8/10

Lebenserwartung: mit 12 bis 20 Jahren sehr unterschiedlich. „Teacup-Chihuahuas“ liegen am unteren Ende der Lebenserwartung

Rassetypische Erkrankungen: Patellaluxation, neurologische Probleme bei besonders kleinen Zuchtlinien




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